Aufgrund steigender Energiepreise wird es immer wichtiger die eingesetzte Energie sinnvoll zu nutzen.

Aber wie können Sie als Mieter einen Einfluß darauf nehmen?

Ganz einfach!

Heizkosten sind Betriebskosten und sind in der Warmmiete enthalten. Vielen Vermietern ist es relativ egal wie hoch die Heizkosten sind, da sie diese zu 100% umlegen. Jede Investition in den Bereich Heizung sind für den Vermieter nur Kosten und schmälern seinen Etat. Einsparpotentiale, besonders im Heizungsbereich, bleiben unentdeckt. Folglich bleibt es bei dem alten Stand der Technik, die Betriebskosten steigen durch höhere Energiekosten solange bis jemand diese Seite gelesen hat, zu seinem Vermieter geht und STOP sagt.

Woran merkt man als Mieter das die Heizungsanlage noch Einsparpotential aufweist?

Auch das ist ganz einfach.

Es sind wie immer die kleinen Dingen die viel ausmachen können.


Geräusche am Heizkörperventil
Bild 1


Ein Rauschen am Thermostatventil ( siehe Bild 1), meist zu bestimmten Tageszeiten, ist ein Indiz für eine zu schnell arbeitende Heizungspumpe und somit sehr hohe Fließgeschwindigkeiten des Heizungswassers im Rohr und am Thermostatventil.
Um es verständlich zu erklären gibt es ein recht einfaches Beispiel,
der Fluß
Ist schönes Wetter und das Flußbett breit genug, dann fließt der Fluß ruhig in seiner Bahn (Bild 2). Wird das Flußbett jedoch enger, steigt die Fließgeschwindigkeit des Wassers und es ist ein leichtes Rauschen zu vernehmen. Kommt dazu noch ein starker und langanhaltender Regen, erhöht sich die Wassermenge in dem vorhandenen Flußbett und es ist dann an der engen Stelle ein starkes Rauschen zu hören (Bild 3).

Bild 2 Bild 3

Genauso geht es dem Thermostatventil. Es hat einen kleineren Durchlass als das Heizungsrohr(Bild 4). Also genau wie die enge Stelle des Flusses. Durch die Drehzahlerhöhung der Pumpe wird ein größerer Wasserstrom erzeugt, beim Fluß war es der starke Regen, dann strömt zuviel Wasser durch das Ventil und es beginnt zu rauschen.


Bild 4
Und diese hohen Fließgeschwindigkeiten kosten richtig Geld, weil die Heizungspumpe enorm viel Strom verbraucht.

Und das zahlen Sie, Sie als Mieter mit Ihren Betriebskosten.

Durch den Einbau einer neuen Hocheffizienzpumpe in der richtigen Größe und der richtigen Einstellung kann man bis zu 80% an elektrischer Energie für den Antrieb der Heizungspumpe einsparen (Bild 5).
Einsparpotential
Bild 5

Aber wie kommt es dazu, dass die Pumpe viel zu schnell arbeitet?

Meist liegt es daran, dass das Heizungssystem nicht hydraulisch abgeglichen ist.

Was ist das, der hydraulische Abgleich?

Vorab ein einfaches Beispiel.



Im Heizungssystem funktioniert es ähnlich dem Strassenverkehr.
Wird nichts geregelt läuft der Verkehr zwar auch, aber diejenigen die aus einer Nebenstrasse auf die Hauptstrasse wollen, haben es sehr schwer in den Hauptstrom eingebunden zu werden. Es bilden sich lange Staus und der Verkehr beginnt zu stocken.
Also, was macht man?
Ampeln, Verkehrszeichen, Tempolimits und Strassenschwellen werden angebracht um die Geschwindigkeit des Verkehres zu reduzieren. Somit gibt man die Möglichkeit auch aus der Seitenstrasse auf die Hauptstrasse zu kommen. Der Verkehr fließt gleichmäßig. Genauso ist es im Heizungsystem. Läßt man das Heizungswasser fließen ohne es zu regeln, dann werden die großen Rohre (Hauptstrassen) ohne viele Widerstände bevorzugt, die Heizkörper werden durchströmt und heiß, aber die schwierigen Abschnitte mit kleinen Rohren (Nebenstrassen) und vielen Widerständen können sich nur vereinzelt in den Hauptstrom einbinden. Diese Heizkörper werden nur wenig durchströmt und dadurch nur lauwarm.

ohne hydraulischen AbgleichBild 6Bild 7mit hydraulischem AbgleichBild 8


Meist sind die Mieter in den obersten Etagen von unterversorgten Heizkörpern betroffen, weil die am weitesten von der Heizungspumpe entfernt sind (Bild 6). In den unteren Etagen ist es dagegen schön warm und der Heizkörper ist oben genauso warm wie unten.

Der obere Mieter beschwert sich zurecht bei der Hausverwaltung, die schickt den Monteur, der lässt die Pumpe schneller drehen und erhöht die Vorlauftemperatur(Er möchte deswegen nicht ein zweites Mal kommen).

Nun ist oben eine Verbesserung zu spüren aber der Mieter ganz unten hat nun auf einmal Strömungsgeräusche im Heizkörper und kommt vor Hitze um, weil der Heizkörper förmlich glüht.


Durch den hydraulischen Abgleich werden "Verkehrsberuhigungen" (Bild 7) in Form von Widerständen eingebaut, so das das Heizungswasser überall gleichmäßig verteilt wird und der Verkehr ordentlich läuft(Bild 8).
Diese Maßnahme ist jedoch mit der richtigen Einstellung der Heizungspumpe sinnvoll.
Diese Verkehrsberuhigungen können zum Beispiel einstellbare Thermostatventile (Bild 9) und Strangregulierventile (Bild 10) sein.

Oventrop AV 6Bild 9Oventrop Hydromat QBild 10
Durch den hydraulischen Abgleich können bis zu 15% der Heizkosten eingespart werden.

Und das SPAREN Sie für sich!

Natürlich muss erst einmal investiert werden.

Um eine Kilowattstunde Heizenergie einzusparen, müssen durchschnittlich zwischen 2 und 4 Cent aufgewendet werden. Eine Kilowattstunde Heizenergie kostet heute zwischen 6 und 9 Cent.

Die Sache lohnt sich.
Wenn die Rohrleitungen im Keller wie auf dem Bild aussehen, dann wird es höchste Zeit diese zu isolieren.


Was soll hiermit erreicht werden? Falls Sie Geräusche im Heizkörper oder unterschiedlich warme Heizkörper oder unisolierte Rohre im Keller haben, dann gehen Sie zum Vermieter und sagen Ihm das im Hause enorme Einsparpotentiale für die Heizkosten vorhanden sind und diese umgehend beseitigt werden sollen. Sie haben als Mieter die Macht. Wenn Sie es nicht machen, dann macht es keiner und die Betriebskosten steigen immer weiter.




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